ETF Grundlagen: Das Factsheet

Um sich ein Bild über einen bestimmten ETF zu machen, empfiehlt es sich zuerst das Factsheet des jeweiligen Produkts anzuschauen. Das Factsheet fasst, meist auf zwei Seiten, das Wichtigste des jeweiligen ETFs zusammen. Doch um sich in dem ganzen Zahlen-Chaos zurechtzufinden, ist es notwendig zuerst einige Begriffe kennenzulernen.

Abbildungsart

Bei der Abbildungsart wird zwischen drei Varianten, nämlich „SWAP“, „Full Replication“ und „Sampling“ unterschieden.

Full Replication
Der ganze grundlegende Index wird abgebildet; es werden alle Indexbestandteile vom ETF gekauft.

Sampling
Nur ein Teil des grundlegenden Index wird im ETF abgebildet. Die Fondsgesellschaft investiert in eine Auswahl der Indexbestandteile.

Swap (synthetic Replication)
Der ETF geht mit einer Gegenpartei (meist eine Investment Bank) ein Tauschgeschäft ein: Die Investment Bank garantiert der Fondsgesellschaft die exakte Rendite des Index und im Gegenzug erhält die Bank die Rendite des Aktienkorbs.

Ausschüttung oder Thesaurierung

Bei beiden Formen geht es um die Ertragsverwertung. Bei der Ausschüttung wird der Ertrag des Fonds jährlich, halbjährlich, usw. ausbezahlt. Bei der Thesaurierung hingegen, wird der erwirtschaftete Betrag direkt wieder in den Fonds investiert.

Wir haben nun bereits einige wichtige Begriffe des Factsheets im Part 1 gelernt. Jedoch lassen sich noch weitere interessante Informationen vom Factsheet ablesen.

TER / Gesamtkostenquote

Die TER gibt Aufschluss darüber wie hoch die Gesamtkosten eines ETFs sind. Im Gegensatz zu normalen Fonds unterscheiden sich diese Kosten bei ETF meist nicht von den Verwaltungskosten, da bei ETFs keine separaten Kosten für Analyseaufwand anfallen, da sich die ETFs mit dem betreffenden Referenz-Index entwickeln. Deshalb werden ETFs auch als passive Fonds bezeichnet werden. Jährliche TERs sind also bei ETFs wesentlich geringer als bei aktiv verwalteten Fonds.

Ticker

Ticker werden dazu verwendet um Wertschriften, also auch ETFs zu identifizieren. Meist finden sich auf einem Factsheet gleich mehrere dieser Ticker.

ISIN

Die ISIN-Kennziffer wurde 2003 eingeführt und steht für „International Security Identification Number“. Wie bereits der Name sagt, ist die ISIN eine einheitliche Internationale Kennzeichnung, die allmählich die verschiedenen nationalen Kennnummern ersetzen soll. Beispiel einer ISIN: CH0029792683

Die ISIN-Kennziffer ist eine zwölfstellige Buchstaben-Zahlen-Kombination und wird so gebildet:

  • Zu beginn steht ein Länderkürzel mit zwei Buchstaben. Schweizer Fonds tragen vorne ein CH.
  • Die folgende NSIN (Nationale Kennnummer) setzt sich aus zwei bis vier Nullen zusammen, gefolgt von der bisherigen nationalen Kennnummer.
  • Die letzte Ziffer ist eine Prüfziffer.

Quelle: Geld anlegen – gut und sicher, K-Tipp Ratgeber: 2009

Valoren Nummer vs. Wertpapier-Kennnummer

Beide dieser Kennnummern sind National und verfolgen den gleichen Zweck, wie die ISIN. Sie werden immer noch in Zeitungen, Factsheets und Online-Brokern gebraucht. In Deutschland ist Nationale Kennnummer die Wertpapier-Kennnummer und in der Schweiz die Valoren Nummer. Beispiel einer Valoren Nummer (zugehörig zur oben genannten ISIN): 2’979’268

Handelswährung vs. Fondswährung

Die Handels- und Fondwährung sind weitere Angaben die auf dem Factsheet zufinden sind. Die Fondswährung ist die Währung, mit der in einen Fonds investiert wird und zu dem ein Fonds gewertet wird, während die Handelswährung Aufschluss darüber gibt in welcher Währung ein ETF an der Börse gehandelt wird. Die Fonds- und Handelswährung sind nur Rechnungswährungen und haben keine direkte Auswirkung auf die Wertentwicklung des ETF. Falls jedoch ein Währungsunterschied existiert, so kann es bei einem ETF, je nach Entwicklung des Devisenkurses vom Währungsunterschied, entweder Profit oder Verlust geben. Eine weitere Ausnahme sind Indizes, welche neben den Wertpapieren ebenfalls eine Wechselkursabsicherung beinhalten. Die davon betroffenen ETFs haben in der Regel den Ausdruck „hedged“ (später mehr dazu) im Namen.

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