Erfolgsprämien auch bei Verlusten

Die Grenzen zwischen Anlagefonds und Hedge-Funds verwischen zusehends. Dies hat den Fondsanlegern nicht nur neuartige Produktkategorien wie Absolute-Return-Fonds beschert, sondern auch ungewohnte Gebührenstrukturen. In der Hedge-Funds-Branche sind nämlich Performance-Fees, also erfolgsabhängige, zusätzliche Gebühren, üblich hier heisst das klassische Muster «2 + 20», zu einer Managementgebühr von 2% kommt also eine Performance-Fee von 20% hinzu.

Auch traditionelle Anlagefonds lassen sich ihre Dienstleistungen zunehmend mit Erfolgsprämien vergüten. Laut einer Studie der Research-Gesellschaft Lipper setzen in Grossbritannien mittlerweile 81 Anlagefonds eine solche ein, 2007 waren es erst 34. Zwei Drittel dieser Fonds können selbst dann eine Erfolgsprämie verlangen, wenn sie im Minus liegen. Dafür müssen sie ihren Vergleichsindex schlagen. Der Fondsmanager muss also im jeweiligen Jahr besser gewesen sein als der Markt; ob er das Kapital insgesamt vermehrt hat, ist zweitrangig.

Die zusätzlichen Gebühren bei traditionellen Anlagefonds sind kein gutes Signal für Anleger, wie eine im August veröffentlichte Studie der Fonds-Research-Gesellschaft Morningstar zeigt. Laut dieser sind die Gebühren von Fonds einer der absolut wichtigsten Faktoren für die Rendite. Morningstar untersuchte die Performance von US-amerikanischen Fonds verschiedener Anlageklassen und teilte diese nach der Höhe der verlangten Kosten in fünf Kategorien auf.

Sowohl bei inländischen und ausländischen Aktien als auch bei Misch- und Anleihen-Portfolios war das Ergebnis dasselbe: Die Fonds der Kategorie mit den günstigsten Gebühren hatten am Ende bei der Performance in allen Jahren die Nase vorn. Bei den Fonds im Bereich «Aktien Inland» erzielten die Produkte in der günstigsten Kategorie im Jahr 2005 laut Morningstar eine Rendite von 3,35%, die in der teuersten nur 2,02%. Bei teuren Fonds besteht laut der Studie auch eine höhere Gefahr, dass die Produkte liquidiert werden.

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