Auch Berater verkaufen

Bankberater und Vermögensverwalter werden immer wieder als unseriöse Abzocker dargestellt. Ein guter Berater, kann jedoch ein Segen für jeden Investor sein. Die grösste Schwierigkeit liegt darin, die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit anderen Worten den seriösen Berater zu finden. Grundsätzlich muss zwischen Bankberater, Vermögensverwalter und unabhängigen freien Beratern unterschieden werden.

Zu den Bankberatern ist zu sagen, dass diese ein sehr grosses Interesse daran haben, ihre eigenen Produkte an den Mann zu bringen. Dies muss nicht zwingend schlecht sein, kann jedoch dazu führen, dass jeweils nicht die bestgeeigneten Produkte im Portfolio sind. Bankberater nehmen jedoch nur eine beratende Funktion ein. Das Bedeutet, dass der formelle Kauf- oder Verkaufsentscheid letztlich beim Kunden liegt.

Anders ist es bei Vermögensverwalter. Dieser hat direkten Zugriff auf das Vermögen des Kunden und ist in der Auswahl der Titel frei. Gebunden ist er lediglich an die vordefinierte Anlagestrategie. Freie Berater sind hingegen oft nicht würdig diesen Namen zu tragen, da sie meist nicht über die nötige Ausbildung verfügen und im eigentlichen Verkäufer von Produkten sind, bei denen sie Provision bekommen.

Grundlage für eine gute Beratung ist das vorzeitige Informieren über Anlagemöglichkeiten als Kunden. Investieren sie nie in etwas, das sie nicht verstehen! Falls sie dennoch während des Gesprächs mit einem Berater auf Begriffe stossen, welche sie nicht verstehen, zögern sie nicht nachzufragen.

Des weiteren sollten sie schon im Vorfeld eine Anlagestrategie bezüglich Risiko und Anlagedauer haben, von der sie nicht abweichen. Lassen sie sich nicht mehr Risiko aufschwatzen, als sie bereit sind einzugehen.

Wenn sie feststellen, dass der Berater schnell zu Abschlüssen kommen will, seien sie kritisch. In den meisten Fällen ist bei Bedrängnis etwas faul. Lassen sie sich Zeit!
Informieren sie sich über ALLE Kosten und Provisionen. Versteckte Kosten sind oftmals Grund für eine schwache Rendite eines eigentlich starken Produkts. Ferner fallen Gebühren teilweise zwei- oder dreifach an. Bei Funds of Fund Produkten können beispielsweise Gebühren für die Dienstleistung des Vermögensverwalters, Gebühren für den Dachfonds und Gebühren für die einzelnen Fonds anfallen. Auch Kosten für Abschlussgebühren, Ausgabeaufschläge und Provisionen fallen ins Gewicht. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Retrozessionen dem Kunden gehören. Retrozessionen sind Zahlungen die bspw. ein Vermögensverwalter für den Kauf eines Produkts vom Herausgeber bekommt. Lesen sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen durch und achten sie auf Klausel, die erklären, dass sie auf diese Rezessionen Verzichten.

Achten sie bei der Wahl der Beratung auf dessen Erfahrung und Honorar. Wer gratis berät, erhält mit grosser Wahrscheinlichkeit mehr Provisionen. Bei freien Beratern sollten sie sich nach deren Ausbildung besonders gut erkundigen. Handelt es sich um einen ehemaligen Elektromonteur mit einem Crash-Kurs in Anlageprodukten, ist dieser meist nicht mehr als ein Verkäufer.

Ein gutes Instrument zur Absicherung ist ein schriftliches Beratungsprotokoll. Unterschreiben sie dieses erst nachdem sie nochmals eine Nacht darüber geschlafen haben. Lassen sie sich auch Offerten für Exchange Traded Funds geben. Diese Produkte haben sehr tiefe Kosten und sind sehr transparent. Berater sind meist nicht daran interessiert solche Produkte zu verkaufen, da ihr Profit damit gering ist. Dennoch sind diese Produkte empfehlenswert und meist besser als aktive Produkte.

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