Schnäppchenjagd lohnt sich selten

Indexprodukte werden immer vielfältiger und kosten weniger als aktiv verwaltete Anlagefonds. Wird die Luft für aktive Fondsmanager dünn?

Überhaupt nicht, denn sie können einen deutlichen Mehrwert bieten. Passiv gemanagte Fonds orientieren sich an der Welt von gestern, sie können Strukturwandel nicht antizipieren. Zwei Beispiele: In einem europäischen Bondindex hätten die Problemstaaten Griechenland, Portugal, Irland und Spanien derzeit einen ungewünscht hohen Anteil. Und in weltweiten Aktienindizes ist der Anteil der Schwellenländer immer noch zu gering. Menschen wie George Soros sind reich geworden, weil sie aktiv investiert haben, statt auf Indizes zu setzen.

Laut einer Analyse der Fondsexperten von Ifund Services haben von September 2009 bis August 2010 in Europa nur 31% der aktiven Fonds ihren Vergleichsindex nach Kosten geschlagen.

Zwölf Monate sind ein zu kurzer Vergleichszeitraum. Wer sich für ein aktives Portfoliomanagement entscheidet, muss in Kauf nehmen, auch mal unter dem Index zu landen, wenn er ihn dafür anschliessend zwei oder drei Jahre lang schlägt. Anleger sollten bei der Fondsauswahl die langfristige Performance vergleichen.

Worauf ist bei den Gebühren zu achten?

Wenn die Gebühren zu tief sind, ist Vorsicht angebracht. Bei günstigen Fonds werden kaum die besten Manager arbeiten. Die Schnäppchenjagd lohnt sich selten. Bei aussergewöhnlich hohen Gebühren kann es dagegen passieren, dass der Fondsmanager hohe Risiken eingehen muss, um die Kosten kompensieren zu können. Dazwischen gibt es eine empfehlenswerte Streubreite.

Die Schuldenkrise im Euro-Raum bestimmt weiter die Schlagzeilen. Was folgt aus der Situation für Anleger?

Von den Staatsanleihen der hochverschuldeten Staaten in der europäischen Peripherie würde ich vorläufig immer noch abraten, selbst wenn die Länder Hilfen erhalten. Die strukturellen Probleme, die zur jetzigen Krise geführt haben, sind noch nicht gelöst.

Welche Staatsanleihen sind derzeit erfolgversprechend?

Die Staatsobligationen von stabilen Ländern wie Deutschland sind bei den jetzigen Zinssätzen ebenfalls kaum empfehlenswert. Sie bieten zwar Sicherheit, könnten den Anlegern allerdings real gerechnet Verluste bescheren, wenn die Inflationsraten steigen. Doch es gibt Obligationen, bei denen die realen Renditen noch attraktiv sind, zum Beispiel in Brasilien.

Die Zuflüsse in den Schwellenländern sind massiv. Drohen mittelfristig Übertreibungen?

Die Gefahr von Blasenbildungen besteht durchaus. Deswegen ist eine selektive Auswahl wichtig.

Würden Sie derzeit in den USA investieren?

Es gibt viele amerikanische Unternehmen, die in ihrem Bereich zu den Weltmarktführern zählen und vom Schwellenländerwachstum profitieren.

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