«Zwitter-Papiere» für vorsichtige Optimisten

Wandelanleihen werden an den Kapitalmärkten oft wenig beachtet. Richtig eingesetzt, lassen sich mit ihnen aber die Chancen von Aktien mit der Sicherheit von Bonds verbinden. Gerade für Anleger, die ein obligationenlastiges Portfolio in Richtung eines höheren Aktienanteils diversifizieren wollen, stellen sie eine interessante Alternative dar. Bei Wandelanleihen erhalten Investoren das Recht, das Papier in eine oder mehrere Aktien des Emittenten umzutauschen. Sie sind aber nicht verpflichtet, dies zu tun. Die Anleger können auch weiterhin die Zinsen einnehmen und sich den investierten Betrag bei Fälligkeit zurückzahlen lassen.

Wandelanleihen sind sozusagen «Zwitter-Papiere», da sie sowohl Eigenschaften von Bonds als auch von Aktien besitzen. Sie bieten Gewinnpotenzial bei einem gewissen Schutz gegen Verluste. Steigende Aktienkurse treiben den Preis einer Wandelanleihe in die Höhe, denn dann gewinnt die Aktien-Kauf-Option an Wert. So legten die Kurse von Wandelanleihen beispielsweise in den Aktien-Hausse-Perioden 1997 bis 2000 sowie 2003 bis 2007 deutlich zu. Laut der Bank Sarasin entwickelten sich US-Wandelanleihen im Zeitraum 1994 bis heute mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 8% sogar besser als US-Standardaktien. In Perioden mit sinkenden Aktienkursen boten die Papiere indessen mit Ausnahme des Crash-Jahres 2008 zumindest einen gewissen «Abwärtsschutz». In einem Umfeld mit steigenden Zinsen reagiert eine Wandelanleihe zwar wie «normale» Obligationen negativ. Allerdings ist die Reaktion im Allgemeinen deutlich weniger stark. Zudem können die Papiere dann in Aktien gewandelt werden.

Für die Vorteile der Papiere bezahlen die Anleger indessen einen Preis. So verliert die Option einer Wandelanleihe bei sinkenden Aktienkursen an Wert. Die Investoren erhalten dann zwar weiterhin die Couponzahlungen, diese sind aber im Allgemeinen deutlich geringer als die «normaler» Obligationen. Wenn die Kurse von Aktien und Bonds steigen, hinken die Wandelanleihen-Kurse im Allgemeinen hinterher. Die Papiere korrelieren stärker mit Aktien als mit Obligationen, so dass ihre Performance oft erhebliche Schwankungen aufweist. Aufgrund der Einzelrisiken ist unter Umständen eine Investition über Anlagefonds zu empfehlen. Hier sollten Anleger aber stark auf die Gebühren achten.

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