Fondskennzahl Volatilität

Ich habe in diesem Blog schon über einige wichtigen Kennzahlen geschrieben. Doch eine der meist ge- und hinterfragten ist noch ausstehend: die Volatilität.

Die Volatilität bezeichnet Schwankungen, die während eines bestimmten Zeitraums bei Indizes, Wertpapierkursen, usw. auftauchen. Je grösser die Schwankungen, desto grösser ist die Volatilität. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Schwankungen in der aufwärts- oder abwärts-Richtung stattfanden. Denn je grösser diese Schwankungsbreit ist, desto Risikoreicher ist ein Fonds. Beispielsweise haben Aktien prinzipiell eine höhere Volatilität als Bonds, da Aktien viel schneller und intensiver auf den Markt ansprechen als festverzinsliche Wertpapiere. Unter anderem ist die Volatilität ein Grund dafür, dass Aktien generell als unsicherer gelten als Bonds. Wie der erfahrene Anleger jedoch weiss, heisst Risiko nicht nur mehr möglicher Verlust, sonder auch mehr möglicher Gewinn. Da die Volatilität jedoch keinen Aufschluss darüber gibt, in welche Richtung es gehen wird, sagt sie nicht aus, wie gut oder schlecht ein Fond „performen“ kann. Sie sagt lediglich aus, wie hoch die Schwankungen in der Vergangenheit waren.

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Wein als «Beimischung» im Depot

Zu den Sachwerten, die Anlegern in unsicheren Börsen- und Konjunkturzyklen oftmals nahegelegt werden, liesse sich mit etwas Phantasie auch Wein zählen. Das Wort «Depot-Beimischung» bekäme damit eine neue Bedeutung. Ganz abwegig ist der Gedanke nicht. Der Liv-ex-100-Fine-Wine-Index, ein Barometer für die Preisentwicklung der 100 beliebtesten Qualitätsweine, hat seit 2001 im Durchschnitt mit 15% pro Jahr rentiert. Wie die Credit Suisse in einer Studie ausführt, besteht der Index hauptsächlich aus hochwertigen Bordeaux-Weinen, die aufgrund ihrer begrenzten Zahl und langen Reifezeit als Anlageobjekte taugen. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, in Wein zu investieren: physische Käufe am Markt oder bei Auktionen, Beteiligungen bei Weinhändlern, teure Anlagefonds oder Wetten auf den Liv-ex 100. Jede Anlageentscheidung sollte aber nüchtern getroffen werden.

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Im Steuerdschungel

Wer Geld anlegt, hat Steuern zu bezahlen. In der Schweiz ist die Versteuerung unterschiedlich geregelt. So müssen abhängig von Kanton verschieden hohe Steuern abgegeben werden. Um alle Anlagen mit den verbundenen Steuern zu erklären, würde wohl selbst der Roll-Text dieses Blogs nicht ausreichen. Deshalb will ich hier nur einen kurzen, allgemeinen Überblick über die Versteuerung von Anlageprodukten geben.

Auf seine Vermögenserträge ist grundsätzlich eine Einkommenssteuer zu bezahlen. Erträge sind in diesem Fall Zinsen – sowohl vom Bankkonto als auch von Dividenden aus Aktienbesitz und Obligationen – als auch Erträge von Obligationen, Dividenden und Anlagefonds. Bei Letzterem kommt die Verrechnungssteuer zu trage, welche zurückgefordert werden kann. Kapitalgewinne sind im Gegensatz dazu steuerfrei, ausser für Personen die professionellen Wertschriftenhandel betreiben.

Bei den Steuern gilt, wie bei allen Entscheidungen, sich genügend gut über sein Produkt zu informieren. Besonders strukturierte Produkte können, was nicht sehr überraschend ist (siehe Anlagefonds Blog: Strukturierte Produkte), sehr schwierig zu versteuern sein, da eine Teil der enthaltenen Produkte der Einkommenssteuer unterliegen und der andere Steuerfrei ist. Auch Investitionen im Ausland sind nicht einfach, da das Doppelbesteuerungsabkommen gilt. Deshalb sollten sie das Produkt in das sie investieren gut verstehen. Je nach Anlageart können sie Steuern abziehen, zurückfordern oder sich die Versteuerung gar sparen.

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Auch Berater verkaufen

Bankberater und Vermögensverwalter werden immer wieder als unseriöse Abzocker dargestellt. Ein guter Berater, kann jedoch ein Segen für jeden Investor sein. Die grösste Schwierigkeit liegt darin, die Spreu vom Weizen zu trennen. Mit anderen Worten den seriösen Berater zu finden. Grundsätzlich muss zwischen Bankberater, Vermögensverwalter und unabhängigen freien Beratern unterschieden werden.

Zu den Bankberatern ist zu sagen, dass diese ein sehr grosses Interesse daran haben, ihre eigenen Produkte an den Mann zu bringen. Dies muss nicht zwingend schlecht sein, kann jedoch dazu führen, dass jeweils nicht die bestgeeigneten Produkte im Portfolio sind. Bankberater nehmen jedoch nur eine beratende Funktion ein. Das Bedeutet, dass der formelle Kauf- oder Verkaufsentscheid letztlich beim Kunden liegt.

Anders ist es bei Vermögensverwalter. Dieser hat direkten Zugriff auf das Vermögen des Kunden und ist in der Auswahl der Titel frei. Gebunden ist er lediglich an die vordefinierte Anlagestrategie. Freie Berater sind hingegen oft nicht würdig diesen Namen zu tragen, da sie meist nicht über die nötige Ausbildung verfügen und im eigentlichen Verkäufer von Produkten sind, bei denen sie Provision bekommen.

Grundlage für eine gute Beratung ist das vorzeitige Informieren über Anlagemöglichkeiten als Kunden. Investieren sie nie in etwas, das sie nicht verstehen! Falls sie dennoch während des Gesprächs mit einem Berater auf Begriffe stossen, welche sie nicht verstehen, zögern sie nicht nachzufragen.

Des weiteren sollten sie schon im Vorfeld eine Anlagestrategie bezüglich Risiko und Anlagedauer haben, von der sie nicht abweichen. Lassen sie sich nicht mehr Risiko aufschwatzen, als sie bereit sind einzugehen.

Wenn sie feststellen, dass der Berater schnell zu Abschlüssen kommen will, seien sie kritisch. In den meisten Fällen ist bei Bedrängnis etwas faul. Lassen sie sich Zeit!
Informieren sie sich über ALLE Kosten und Provisionen. Versteckte Kosten sind oftmals Grund für eine schwache Rendite eines eigentlich starken Produkts. Ferner fallen Gebühren teilweise zwei- oder dreifach an. Bei Funds of Fund Produkten können beispielsweise Gebühren für die Dienstleistung des Vermögensverwalters, Gebühren für den Dachfonds und Gebühren für die einzelnen Fonds anfallen. Auch Kosten für Abschlussgebühren, Ausgabeaufschläge und Provisionen fallen ins Gewicht. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass Retrozessionen dem Kunden gehören. Retrozessionen sind Zahlungen die bspw. ein Vermögensverwalter für den Kauf eines Produkts vom Herausgeber bekommt. Lesen sie die allgemeinen Geschäftsbedingungen durch und achten sie auf Klausel, die erklären, dass sie auf diese Rezessionen Verzichten.

Achten sie bei der Wahl der Beratung auf dessen Erfahrung und Honorar. Wer gratis berät, erhält mit grosser Wahrscheinlichkeit mehr Provisionen. Bei freien Beratern sollten sie sich nach deren Ausbildung besonders gut erkundigen. Handelt es sich um einen ehemaligen Elektromonteur mit einem Crash-Kurs in Anlageprodukten, ist dieser meist nicht mehr als ein Verkäufer.

Ein gutes Instrument zur Absicherung ist ein schriftliches Beratungsprotokoll. Unterschreiben sie dieses erst nachdem sie nochmals eine Nacht darüber geschlafen haben. Lassen sie sich auch Offerten für Exchange Traded Funds geben. Diese Produkte haben sehr tiefe Kosten und sind sehr transparent. Berater sind meist nicht daran interessiert solche Produkte zu verkaufen, da ihr Profit damit gering ist. Dennoch sind diese Produkte empfehlenswert und meist besser als aktive Produkte.

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SONIA vs. EONIA

In der Welt der Fonds treten immer wieder begriffe wie EMEA (Europe, Middle East, Africa) oder EEA (European Economic Area) auf. In den meisten Fällen ist eine genauere Beschreibung nicht Notwendig, da die Bezeichnung schon selbsterklärend ist. Wie beispielsweise, dass ein ETF mit der Bezeichnung EMEA im Namen, sich ausschliesslich auf die oben genannten Regionen konzentriert. Doch es gibt einige Exoten, wie SONIA und EONIA.

SONIA steht für „Sterling Overnight Index Avarage“. Dieser Index verfolgt den tatsächlichen durchschnittlichen Wert des Sterling (Pfund). Er berechnet sich aus dem Durchschnittskurs aller ungesicherten Sterling-Transaktionen, die während der Nacht, zwischen Mitternacht und vier Uhr Morgens, von allen Mittgliedern der „Wholesale Market Brokers Association“ und deren Partner getätigt werden.

SONIA ist als ein Index, der die Spuren der Sterling Nacht Fördersätze für Abschlüsse, die in freien Stunden auftreten, verfolgt.

SONIA wurde 1997 von der Wholesale Market Brokers Association in Grossbritannien gegründet. Vor dessen Einführung gab es keinen Sterling Nacht Fördersatz. Diese Leere erzeugte Volatilität in Tagesgeldsätze der englischen Tarife. Durch SONIA stabilisierten sich diese Tagesgeldsätze. Als die SONIA erstellt wurde, gab es eine Stabilität Tagesgeldsätze und es förderte die Gründung der „Overnight Index Swaps“ Märkte und den „Sterling Money Markets“ in Großbritannien.

EONIA steht für „Euro OverNight Index Average“. Dieser Index stellt den Zinssatz dar, den Kreditinstitute im Euro-Währungsgebiet ungesichert von einem Stichtag auf den nächsten vergeben werden. Der EONIA wurde vor der European Banking Federation unter Mitwirkung der Europäischen Zentralbank 1999 ins leben gerufen.

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Roulette mit Futures

Ein Future ist ein termingerechter Vertrag, der auf einen beibiegen Rohstoff lautet. In diesem Vertrag ist geregelt was der Vertragsgegenstand ist, welche Menge zu welcher Qualität erworben wird, wie lange der Vertrag läuft und wie hoch der konkrete Preis bei Vertragsabschluss ist. Anders als bei Optionen besteht beim Auslaufen des Vertrags kein Recht, sondern die Pflicht den ausgemachten Rohstoff zu kaufen. Somit hat der Käufer, sobald der Vertrag steht, keine Möglichkeit mehr aus dem Kontrakt auszutreten. Die Renditen bei Futures sind vielversprechend und machen dieses Produkt sehr attraktiv. Es ist jedoch grosse Vorsicht geboten, denn im Gegensatz zu Roulette kann mit Futures nicht nur der eingesetzte Betrag verloren gehen, sondern es ist durchaus möglich, dass noch drauf gezahlt werden muss. Anleger, welche Geld aufnehmen und damit in Futures investieren, spielen somit ein sehr riskantes und gefährliches Spiel. Seien sie stets sicher, dass sie den maximalen Verlust, der bei diesem Geschäft möglich ist, decken können ohne Kredite aufnehmen zu müssen!

Beispiel eines Futures

Vier Bedingungen die den Vertrag zustande kommen lassen:
– Kontrakt zum vordefinierten Preis
– Anzahlung des Käufers
– Vertragsdauer
– Kontrakt lautet auf Kaffee

Ausgangslage:
Anleger Meier, investiert am 1.4.09 in ein Future, der auf Kaffee lautet. Die Anzahlung ist CHF 1’000.- und der vordefinierte Preis CHF 100’000.-. Nach einem halben Jahr soll der Vertrag erfüllt sein.

Szenario 1
Meier sieht die Chance seines Lebens in diesem Future, da die prognostizierten Renditen vielversprechend sind. Darum geht er mit einem Lächeln den Kontrakt ein. Nach einem halben Jahr vermehrt sich der Wert von Kaffee auf CHF 110’000.-. Will verkauft sofort nach Beendigung des Vertrages und erzielt damit eine Rendite von CHF 10’000.-, was bei einem eingesetzten Betrag von CHF 1’000.- einem Mehrwert von 10% entspricht.

Szenario 2
Meier investiert unter den gleichen Bedingungen wie im Szenario 1 wieder in Kaffee. Aufgrund einer neuer Krankheit, für die angeblich Kaffee verantwortlich ist und die sich rasant über den Globus verbreitet, müssen alle Kaffeevorräte beseitigt werden. Nach einem halben Jahr sinkt der Wert von Kaffe deshalb von CHF 100’000.- auf CHF 0.-. Also Totalverlust. Nun hat Meier die schwere Aufgabe CHF 99’000.- aufzutreiben um seine Verluste zu bezahlen. Meier hat somit mehr als alles Verloren und muss noch drauf bezahlen.

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Das Spezielle an Optionen

Eine Option ist eine handelbare Wertschrift, die den Besitzer beispielsweise berechtigt, aber nicht verpflichtet Aktien zu kaufen. Nebst Aktien können auch andere Güter wie Fremdwährungen, Rohstoffe oder ein Basiswert wie zum Beispiel ein Index erstanden werden. Im Gegensatz zu amerikanischen Optionen kann dieses Recht bei europäischen erst nach Ablauf einer bestimmten Frist ausgeübt werden. Zudem sind zwei verschiedene Arten von Optionen erhältlich: die Put- und Call-Option.

Setzt der Anleger auf steigende Aktienkurse, kauft er Call-Optionen, denn bei Call-Optionen steigt der Gewinn mit steigendem Kurs. Das Pendant dazu sind Put-Optionen. Doch wie funktionieren Optionen?

Beim Kauf einer Option wird ein bestimmter Preis (Ausübungspreis) ausgemacht, zu welchem die Option bezogen werden kann. Dieser Ausübungspreis liegt etwas höher als der aktuelle Kurswert der entsprechenden Aktie. Nebst dem Ausübungspreis wird auch eine Laufzeit abgemacht. Nach Ablauf dieser Frist und zu diesem Preis können nun Aktien des Unternehmens erstanden werden. Steigt der Aktienkurs bis zu diesem Zeitpunkt, kann der Anleger die Aktien kaufen und sofort wieder verkaufen und profitiert somit vom guten Aktienkurs. Ist der Aktienkurs gefallen, macht es wenig Sinn die Aktien des Unternehmens zu kaufen und der Anlegende lässt die Option auslaufen. In diesem Falle verliert der Besitzer 100% des eingesetzten Kapitals (die Differenz zwischen ursprünglichem Aktienkurs und Ausübungspreis der Option).

Beispiel:

Ausgangslage:
Aktientyp: Call-Option
Aktienwert: CHF 100.-
Ausübungspreis: 110.-
Optionspreis: CHF 10.-
Frist: 1 Jahr

Nach einem Jahr steigt der Wert der Aktien um sagenhafte 20% auf CHF 120.-. Der Besitzer der Option hat nun das Recht diese Aktien zum Preis von CHF 110.- zu kaufen. In diesem Fall ist dies ratsam, da er beim sofortigen Verkauf von einem Gewinn von CHF 10.- pro Aktie profitiert. Der Prozentuale Gewinn in diesem Fall liegt also bei 100%.
Sinkt der Aktienkurs nach einem Jahr jedoch auf CHF 80.- verliert der Besitzer der Option 100% seines eingesetzten Kapitals, also CHF 10.- pro Aktie.

Optionen gelten als spekulativ und werden vorzugsweise zum Absichern von anderen Anlagen eingesetzt. Private Anleger sollten vorsichtig mit Optionen umgehen und sich bewusst sein, dass sie ihr ganzes Kapital verlieren können.

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